Grüne Stadtoasen: Gärtnerglück auf kleinstem Raum

Buchkritik

Blühende Balkone, grüne Hinterhöfe und schattige Dachterrassen –
Urban-Gardening für Anfänger und Fortgeschrittene

Von Pauline Weiß

Den Traum vom privaten Grün, einem Rückzugsort mitten in der Stadt, kennen viele. Oft reicht der Platz nicht, der Balkon ist klein, der Hinterhof schattig und man selbst ratlos. Wie die Verwirklichung einer blühenden Oase dennoch gelingt, verrät die dänische Gartenplanerin Dorthe Kvist in ihrem Buch „Grüne Stadtoasen: Gärtnerglück auf kleinstem Raum“, erschienen 2014 im DK-Verlag. Die 185 Seiten sind mit nützlichen Tricks, praktischen Tipps, sehenswerten Fotos und hilfreichem Gärtnerwissen gefüllt – locker geschrieben und effektiv gegliedert.

Senkrechte Beete sind nur ein kleiner Teil des Buches, dennoch ist es ein wertvoller Ratgeber für alle vertikalen Gärtner, die sich ihre eigene Stadtoase wünschen. Nach knappen Beschreibungen der Pflanzenbedürfnisse, wobei sich die Auswahl vor allem auf essbare Blumen und Früchte konzentriert, verrät Kvist, welche Gewächse gut miteinander zu kombinieren sind – beispielsweise schützt die Ringelblume Erbsen und Kohl vor Schädlingen. Auch Hinweise zur Überwinterung des Stadtgartens und zur Kompostierung sind zu finden.

Besonders nützlich sind die Informationen zum Eintopfen, denn die Autorin klassifiziert die Pflanzen nach der Tiefe des Gefäßes. Dabei gliedert sie nach „Pflanzen in 8-15 cm Erde“, „Pflanzen in 15-20 cm Erde“, „Pflanzen in 20-25 cm Erde“ und „Pflanzen in 30-40 cm Erde“. Gerade bei senkrechten Begrünungen fallen die Töpfe oder Kästen häufig schmal oder flach aus. Mit dem System von Kvist lässt sich leicht selbst bestimmen, welche Kräuter oder welches Gemüse in welchem Pflanzgefäß gedeihen kann. Doch nicht nur damit regt die Autorin die Kreativität des Lesers an. Sie zeigt auf, wo überall sich Raum für urbanes Grün bietet. In kurzen Porträts stellt Kvist verschiedene Stadtgärten vor – darunter auch ihre eigene Hinterhof-Oase. Durch eine gelungene Bildsprache illustriert sie, dass tolle Gärten auf engem Raum entstehen können. Mit praktischen und leicht nachzumachenden Do-it-yourself-Tutorials – von der Herstellung von Pflanztöpfen aus Papier über den Bau einer einfachen Bank bis hin zum vertikalen Garten an der Wand – weckt sie beim Leser den Wunsch, selbst aktiv zu werden.

Unbedingt zu erwähnen ist das Kapitel „Hühner im Garten“. Es überrascht auf den ersten Blick, doch es wird dem wachsenden Interesse am Thema Selbstversorgung in der Stadt gerecht, wofür die Autorin noch weitere Ideen parat hält. Sie erklärt, wie, wo und nach welchen Richtlinien urbane Hühnerhaltung machbar, wie groß der Pflegeaufwand und welcher Ertrag zu erwarten ist.

Schwierig für Ungeduldige und Praktiker ist der Anfang des Buches. Kvist startet mit einem Abriss zur Geschichte des Gärtnerns in der Stadt und beginnt in den 1980er Jahren. Sie verweist auf verschiedene Projekte – unter anderem auf den Prinzessinnengarten in Berlin. Dort wachsen Blumen, Gemüse und Früchte in mobilen Beeten und werden von Freiwilligen gepflegt. Die Autorin zeigt das breite Spektrum der unterschiedlichen Modelle zum Pflanzen im öffentlichen Raum. Dieser Einstieg kommt etwas langatmig daher.

Insgesamt ist das Urban-Gardening-Buch für alle empfehlenswert, die Ratschläge und Informationen suchen, um mit der richtigen Expertise ihrem Schöpferdrang zur Gestaltung einer eigenen grünen Stadtoase nachzugehen. Auch wenn die Autorin sich detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen spart, hält sie ihr Titelversprechen und macht selbst einem Gartenarbeit-Muffel Lust in der Erde zu wühlen, Samen auszusäen und kreative Beete anzulegen.

Grüne Stadtoasen: Gärtnerglück auf kleinstem Raum

Cover des Buches „Vertikal gärtnern. Grüne Ideen für kleine Gärten, Balkon & Terrasse“ von Martin Staffler, das im Franckh Kosmos Verlag erschienen ist

„Grüne Stadtoasen” – das kreative Urban-Gardening-Buch von D.Kivst

3 Gedanken zu „Grüne Stadtoasen: Gärtnerglück auf kleinstem Raum

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