Schritt für Schritt zum vertikalen Indoor-Garten

Vergleichende Buchkritik

Schritt für Schritt zum vertikalen Indoor-Garten

Von Pauline Weiß

Eine lebende Wand im Wohnzimmer, ein ertragreicher Kräutergarten in der Küche, rankende Pflanzen im Schlafzimmer? Die Bücher „Vertikal Pflanzen: Hängende Gärten, begrünte Wände und blühende Paletten“ von Patricia Morgenthaler, Lena Skuldik, Susanne Weidmann und „Indoor Gardening: Kreativ gärtnern und ernten das ganze Jahr“ von Silvia Appel, dem Garten Fräulein, zeigen praktisch, wie das gelingt.

Beide Ratgeber warten mit einer Vielzahl an Schritt-für-Schritt-Anleitungen für mehr Grün in der Wohnung auf, die sie jeweils nach Schwierigkeitsgrad einstufen. Beide verbindet, dass sie Re- und Upcycling für die senkrechten Beete aufgreifen. Gegärtnert wird in alten Dosen, leeren PET-Flaschen oder Paletten. Beide setzen auf inspirierende Bilder, sind 96 Seiten stark und 2016 erschienen. Doch sie gehen das Thema ganz unterschiedlich an.

In „Vertikal Pflanzen“ geht es darum, schicke Blumenarrangements für die eigenen vier Wände herzustellen. Die Bauanleitungen sind unterteilt in hängende Beete, Wandgärten und freistehende Begrünungen. So finden sich Ideen zur Bepflanzung von Bilderrahmen, Kronleuchtern oder hängenden Schneckenhäusern. Themen wie Bewässerung, die passende Erde sowie die geeigneten Pflanzen und Materialien handeln die Autorinnen sehr kurz ab. Informatives Hintergrundwissen wird auf ein Minimum reduziert und Fragen zu Pflanzenbedürfnissen bleiben offen. Dafür sind die Anleitungen verständlich erläutert und illustriert. Am Ende des Buches stellt das Autorenteam einige Vorlagen für die künstlerische Ausgestaltung der Pflanzgefäße und senkrechten Beete bereit.

„Indoor Gardening“ setzt im Gegensatz dazu auf essbare Pflanzen und Gemüse in der Wohnung und schlägt dem Leser mit Rezeptideen auch gleich Verwendungsmöglichkeiten für die selbstgezogene Ernte vor. Das Garten Fräulein verspricht mit dem Titel „… ernten das Jahr“ nicht zu viel. Allerdings, so erklärt sie, wird eine Indoor-Winterernte ohne Gewächshaus nicht üppig ausfallen, es sei denn, man rüstet die entsprechende Beleuchtung auf oder gibt sich mit der Ernte von Kresse, Sprossen und Microgreens zufrieden, die auch in der kalten Jahreszeit problemlos wachsen.

Das Garten Fräulein handelt das Basiswissen zum vertikalen Gärtnern ebenfalls kurz und bündig ab, spricht aber mehr Aspekte an ̶ neben Substrat und Saatgut auch Licht und Beleuchtung, die richtige Belüftung sowie die Eigenheit verschiedener Räumlichkeiten. Den Pflanzenporträts ist in „Indoor Gardening“ mehr Raum gewidmet. Zwanzig verschiedene Gewächse werden auf je einer Seite knapp beschrieben und nach Pflegestufe bewertet.

Wer seiner Wohnung mit einem senkrechten Beet mehr Chic und ein modernes, grünes Flair verleihen will, der sollte unbedingt einen Blick in das Buch „Vertikal Pflanzen“ werfen. Unter den tollen Ideen findet jeder sicherlich das passende Do-it-yourself-Projekt. Wer aber im Wohnzimmer Nutzpflanzen ziehen möchte und dazu praktische Gärtnertipps sucht, ist mit dem Werk „Indoor Gardening“ besser beraten.

Indoor Gardening: Kreativ gärtnern und ernten das ganze Jahr: Gemüse, Pilze, Sprossen und Co.

Vertikal pflanzen (KREATIV.INSPIRATION): Hängende Gärten, begrünte Wände und blühende Paletten

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