Standortanalyse für die richtige Bepflanzung

Standortanalyse für vertikale Begrünungen

Welche Pflanzen gedeihen an welchem Standort?

Von Pauline Weiß

Welche Pflanze ist die richtige für meinen Balkon, mein Wohnzimmer oder meinen Garten? Diese Frage beschäftigt jeden Gärtner, egal ob Profi- oder Hobbymaulwurf, egal ob Indoor- oder Outdoor-Blumenfreund. Von pflegeleicht bis anspruchsvoll – für jeden Standort und für jeden Erfahrungsgrad gibt es die passende Begrünung. Doch bevor du dir Gartenschaufel, Gießkanne und Blumentopf schnappst und loslegst, solltest du den Platz für deine zukünftigen Beete erst einmal analysieren, damit sich die Grünpflanzen optimal entfalten können.

Blühende Balkonpflanzen an einem sonnigen Standort

Lichtbedürfnisse und Sonnenstunden

Die Lichtbedingungen des Standorts entscheiden, ob eine Pflanze für diesen Platz geeignet ist. Der erfahrene Gärtner weiß, dass er sorgfältig prüfen muss, welche Temperaturen und wie viel UV-Strahlung herrschen. In welche Himmelsrichtung zeigt das Gärtnerrevier? Steht der Blumenkasten in der Mittagssonne? Heizt sich der Wandgarten tagsüber auf? Ein Sonnenanbeter wie Knoblauch geht an einem kühlen, dunklen Standort ein. Andererseits gedeiht Schnittlauch im Halbschatten, aber nicht in der heißen Mittagssonne.

Einige Pflanzen lieben es hell, aber nicht heiß. Petersilie braucht zum Beispiel ausreichend Helligkeit, muss aber vor Sonne geschützt werden. Sie wäre ein idealer Kandidat, wenn dein privates Grün zwar nach Süden ausgerichtet ist, aber durch den Nachbarbalkon vor der Sonne geschützt ist. Ost- und Westterrassen sind ihr sehr angenehm.

Als Faustregel kannst du dir merken, dass etwa fünf Stunden Sonne pro Tag für die meisten Pflanzen ideal sind. Auf Ost- und Westseiten ist das in der hellen Jahreszeit kein Problem. Sonnenanbeter wie Rosmarin, Tomaten und Paprika freuen sich über längere Sonnenstunden, wachsen aber ebenso bei weniger Licht. Natürlich beeinflusst verkürzte Sonnenstrahlung den Ertrag, die Reife und das Aroma. Doch all das sind keine Gründe, auf den Anbau von mediterranen Kräutern oder wärmeliebendem Gemüse zu verzichten. Ein vertikaler Garten hilft dabei, dass alle deine Pflanzen genügend Licht bekommen. Mit Pflanzentaschen, die an der Hauswand angebracht sind, wird die gespeicherte Wärme der Fassade für das Wachstum von Gemüsegewächsen genutzt.

Standortanalyse: Ein schattiger Fleck im Garten. Foto: Pixabay.

Schatten ist nicht gleich Schatten

Neben den Lichtverhältnissen sind auch die Schattenbedingungen zu berücksichtigen. Das mag erst einmal paradox klingen, ist aber für das Gärtnern ein wichtiges Kriterium. Ist dein Garten nördlich ausgerichtet und wird nicht von einem Dach, Gebäude oder Baum überragt, ist der Schatten weniger nachteilig für die Pflanzen. Gewächse, die es hell und halbschattig mögen, können hier noch gut gedeihen. Liegen die Grünlinge jedoch unter einem Vordach oder einer Baumkrone, ist der Schattenanteil wesentlich höher und die Pflanzen sind einer geringeren UV-Strahlung ausgesetzt. Farne und Funkien gedeihen zum Beispiel an dunkleren Orten. Teste einfach aus, was an deinem Schattenstandort wachsen mag.

Lila Trauenhyazinthe an einem regnerischen Standort. Foto: Pixabay

Wasser, Wind und Wetter

Die Faktoren Wasser, Wind und Wetter solltest du ebenfalls in die Standortanalyse einbeziehen. Einigen Pflanzen machen Sturm und Starkregen nichts aus, andere reagieren empfindlich und verkümmern. Also gilt es zu klären: Sind die Pflanzen Regen ausgesetzt? Pfeift der Wind um die Ecke oder ist der Garten bzw. der Balkon vor heftigen Luftströmungen geschützt? Ist es zugig auf deiner Terrasse, eignen sich Kübel mit Kartoffelrosen oder Sanddorn gut, denn sie sind sehr widerstandsfähig. Gewächse wie Tomaten oder Paprika sind nicht gern dem Regen ausgesetzt und daher ideal für einen überdachten Balkon. Südlich gelegene Freisitze neigen zu Trockenheit. Pflanzen, die hier wohnen, sollten das vertragen, wie zum Beispiel mediterrane Kräuter. Beachte, dass du öfter gießen musst und der Wasserverbrauch steigt.

Kräuter-Mischkultur in hängenden Wandgarten

Gelungene Mischkulturen

Die Kombination verschiedener Gemüsesorten, Kräuter und Blumen beeinflusst, ob die Gewächse gedeihen oder verkümmern. Einige passen gut nebeneinander und halten beispielsweise durch ihren Duft Schädlinge von ihren Nachbarn fern. Andere dagegen hemmen das Wachstum der Umstehenden. Wuchernde Kräuter wie Zitronenmelisse oder Minze verdrängen Konkurrenten durch ihren raumgreifenden Wuchs und stehen daher besser in ihren eigenen Töpfen. Mitunter harmonieren auch die unterschiedlichen Nährstoff- oder Feuchtigkeitsbedürfnisse nicht miteinander.

Kombinierst du geschickt Pflanzen mit unterschiedlicher Wuchshöhe, kannst du schattige Flecken kreieren, die wiederum die Entfaltung anderer Blumen begünstigen. Gleichzeitig wird auf diese Weise kleiner Raum optimal genutzt. Auch unter der Erde ist eine gute Raumaufteilung ein Thema. Die Mischkultur von Tief- und Flachwurzlern teilt sich den unterirdischen Bereich ideal auf. Schließlich erfreut die kreative Beetgestaltung nicht nur das Auge des Betrachters, sondern auch Insekten wie Bienen und Hummeln, die zur Befruchtung beitragen und somit eine gute Ernte fördern.

Grundsätzlich gilt beim Thema Mischkultur, Pflanzen der gleichen Familie zu trennen, denn sie stehen in der Regel in Nährstoffkonkurrenz. Besser fügen sich Gewächse unterschiedlicher Gattungen mit ähnlichen Nährstoffbedürfnissen zusammen. Unsere Pflanzenporträts geben Tipps für das gelungene Mischen.

Die Faktoren Licht, Wärme, Wasser und umgebende Pflanzen bestimmen maßgeblich, welches Gewächs das Richtige für deinen Garten oder deinen Balkon ist. Berücksichtige also unbedingt die Sonnen-, Schatten- und Nachbarschaftsverhältnisse, damit du viel Freude an deinen Grünpflanzen hast.

Egal, ob Balkon, Wohnzimmer oder Garten – für jeden Platz gibt es die richtige Pflanze. Die folgenden Seiten geben dir konkrete Tipps für die richtigen Pflanzenwahl je nach Standort:

4 Gedanken zu „Standortanalyse für die richtige Bepflanzung

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