Sackgärten in Kenia

Sackgarten

Sackgärten für kenianische Frauen – viel Ertrag auf wenig Raum

Von Lisa Klingbeil

In vielen Ländern ist es für Menschen noch immer schwierig sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Diesen Schwierigkeiten begegnen unter anderem alleinerziehende Frauen in den Slums großer afrikanischer Städte, wie beispielsweise im kenianischen Nairobi. Sackgärten helfen den Frauen sich und ihre Familie eigenständig mit guter Nahrung zu versorgen.

Eine Stadt ohne Gemüse

Nairobi ist die Hauptstadt des Landes Kenia und hat über 3 Millionen Bewohner. Über 60 % der Menschen wohnen in Slums, also Stadtteilen, die durch große Armut und schlechte Infrastruktur geprägt sind. Dort ist es für die Menschen sehr schwierig Gemüse und Obst in den Speiseplan zu integrieren. Zwar gibt es Verkaufsstände, doch die Bewohner haben oft zu wenig Geld für die frischen Produkte. Vor allem alleinerziehende Frauen haben es unter diesen Bedingungen sehr schwer. Sie versuchen, Arbeit als Tagelöhnerinnen zu finden, und verdienen doch oft nur umgerechnet 3 € am Tag. Viel zu wenig, um sich und die häufig mehrköpfige Familie zu ernähren. Da Gemüse und Obst unerschwinglich sind, gibt es Reis und Hirse als Hauptnahrungsmittel. Ohne Vitamine aus gesunden Pflanzenprodukten führt diese Ernährung zu einem chronischen Nährstoffmangel und damit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Frisches Gemüse aus dem Sack

Wegen dieser Grundbedingungen hat die italienische Hilfsorganisation COOPI 2012 angefangen, mithilfe von sogenannten Sackgärten die Versorgung und Selbstständigkeit der Frauen zu unterstützen. Wie der Name schon vermuten lässt, wird hierbei Gemüse in einem Sack aus Jute angebaut. Zu den Vorteilen zählt unter anderem, dass dafür sehr wenig Platz benötigt wird und dass die Erde sicher frei von Schadstoffen ist. Dinge, die in einem dicht besiedeltem Stadtteil sehr wichtig sind. COOPI hat den Frauen Plätze zur Verfügung gestellt, auf denen sie ihre kleinen Gärten bewirtschaften können. Angelegt wird der Acker im Sack, indem beispielsweise ein großer Reissack mit Erde befüllt wird. In die Mitte werden gerne Steine platziert, die dafür sorgen, dass sich Wasser in der gesamten Erde verteilt. In die befüllten Sack werden mehrere Schlitze geschnitten und in die so entstandenen Löcher Samen oder Setzlinge eingepflanzt. Und natürlich wird auch die obere Sacköffnung zum Anbau genutzt. Auf diese Weise entsteht ein vertikaler Garten im Sack. Die Möglichkeiten für die Gemüsesorten sind vielfältig, so gedeihen beispielsweise Tomaten, verschiedene Kohl- und Salatsorten, Zwiebeln und Spinat.

Mit Sackgärten in die Selbstständigkeit

In Nairobis warmem Klima sprießt das Gemüse schnell und häufig ist bereits nach drei Wochen das erste Grün zu sehen. Wenige Wochen später kann das erste Mal geerntet werden. Je nachdem welche Gemüsesorten gepflanzt und wie sorgfältig der Garten gepflegt wird, kann mehrere Jahre frisches und gesundes Gemüse gepflückt werden. Wenn die Familien dieses regelmäßig essen, besteht eine geringere Gefahr an Mangelernährung zu leiden. Durch den Verkauf von überschüssigem Gemüse entsteht ein kleines zusätzliches Einkommen. Die Sackgärten verhelfen den Bewohnern der Slums zu einem Stück Selbstständigkeit, da sie sich selbst versorgen können und nicht auf Hilfe von anderen angewiesen sind.

Gemüse und Kräuter für deine Küche

Selbstverständlich können die Sackgärten auch hierzulande genutzt werden. Auf dem Balkon oder der Terrasse sind sie nicht nur ein Hingucker, sondern bieten die Möglichkeit Gemüse und Kräuter stets frisch und griffbereit zu haben. Eine Anleitung (auf Englisch) findest du hier

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