Interview mit Harald Eichhorn

Der CEO und Mitbegründer von Vertical Magic Garden Harald Eichhorn

Harald Eichhorn ist Mitgründer und CEO von Vertical Magic Garden

Gespräch mit Harald Eichhorn, CEO von Vertical Magic Garden

„Wir bringen die Natur zurück in die Stadt“

Ausgezeichnet mit Innovationspreisen wie dem „Public Fast Forward Award“ (2010) und dem Innovationspreis der steirischen Wirtschaftsressorts & SFG, „Pepmac Award“ (2012), bringt die Vertical Magic Garden GmbH die Natur zurück in den urbanen Bereich. Mit ihren grünen Wänden werden Inseln der Erholung geschaffen, ökologische Kleinode gebaut. Diese reinigen die Luft, produzieren Sauerstoff und spenden Schatten. Vertikal-gaertnern.de sprach mit Harald Eichhorn über Bedeutung und Nutzen von vertikalen Gärten.

Das Interview führte Anette Hämmerling

www.vertikal-gaertnern.de: Herr Eichhorn, haben Sie in Ihrem eigenen Wohnbereich Pflanzenwände integriert?
Harald Eichhorn: Ja, in meinem Wohnzimmer habe ich eines unserer Luftreinigungsmodule.

Vertikale Beete beeindrucken optisch. Sie werten nicht nur Innenwände und Hauswände auf; sie verschönern ganze Stadtteile. Können begrünte Wände der zunehmenden Klimaerwärmung und Luftverschmutzung der Städte entgegenwirken?
Vertikalbegrünungen haben nicht nur einen optischen Nutzen. Sie sind auch funktionell. Mit 22 Quadratmetern vertikaler Begrünung kann pro Jahr eine Tonne CO2 abgebaut werden. Greenwalls haben kühlende Eigenschaften. Sie wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Das Aufheizen großer Beton- und Asphaltflächen sowie Steinmauern in unseren Innenstädten kann durch Pflanzen gemildert werden.

Suchen die Menschen Ihrer Meinung nach mehr Natur in der Stadt?
Ja, da immer mehr Menschen in Städten leben, wird eine grüne Infrastruktur wichtiger. Bewegungen wie das „Urban Gardening“ nehmen an Bedeutung zu. Urbanes Grün macht unsere Städte attraktiver und lebenswerter.

Wie werden vertikale Pflanzenbeete von den Betrachtern wahrgenommen? Haben solche Green Walls einen künstlichen Charakter, obwohl sie aus echten Pflanzen bestehen?
Wir werden sehr oft gefragt, ob die Pflanzen echt sind. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass Pflanzen auf vertikalen Flächen wachsen. Es steckt sehr viel Know-how und Technik hinter unseren Pflanzenwänden. Nach jahrelanger Erfahrung und Weiterentwicklung funktioniert unser Greenwall-System problemlos.

Aus was besteht die Unterkonstruktion Ihrer Systeme?
Die Unterkonstruktion ist ein hinterlüftetes Alu-Schienen-System eines bekannten österreichischen Herstellers aus dem Fassadenbau.

Den positiven Eigenschaften von echten Pflanzenwänden stehen hohe Realisierungskosten gegenüber. Sind vertikale Gärten ein Luxus, den sich heute nur wohlhabende Menschen oder Unternehmen und öffentliche Institutionen leisten können?
Unser Greenwall-System, also unsere Module, werden ausschließlich von uns selbst hier im österreichischen Hartberg produziert. Wie schon erwähnt, verursacht die Realisation unseres Systems einen gewissen Aufwand; viel Technik und Know-how werden benötigt. Das hat seinen Preis. Wir bewegen uns bei 800 Euro pro Quadratmeter. Wenn man das mit den Kosten und vor allem Nutzen eines Design-Möbelstücks vergleicht, dann ist das nicht sehr teuer.

Stellen die nachgelagerten Kosten für Pflege und Bewirtschaftung eine Bremse dar? Leistet Ihr Unternehmen auch die spätere Nachversorgung?
Unser Unternehmen bietet eine Wartung an; wir können unsere Kunden aber auch einschulen. Die Wartungskosten sind abhängig von der Größe und Art der Bepflanzung. Die können sehr unterschiedlich ausfallen.

Welche Pflanzen eignen sich für Ihre vertikalen Pflanzbeete; verwenden Sie auch blühende Pflanzen?
Für Innenräume nehmen wir tropische und subtropische Pflanzen. Im Außenbereich funktionieren alle winterharten Pflanzen in der Greenwall, die auch im horizontalen Garten wachsen.

Verleihen Sie auch begrünte Stellwände für den Innen- oder Außenbereich?
Ja, besonders für Veranstaltungen wie Hochzeiten verleihen wir unser Modul Oasis, dass es in vielen Variationen gibt.

Vertical Magic Garden hat für mehrere Millionen Euro ein sehr aufwendiges Indoor-Projekt im Headquater von Microsoft in Wien realisiert. Was war Ihr Auftrag und wie wurde er umgesetzt?
Das Microsoft-Headquater ist ein Paradebeispiel für das neue, kreative Arbeiten, das Mitarbeitern ermöglicht, nicht nur an einem Schreibtisch zu sitzen. Durch die Aufteilung von Räumen mit Greenwalls haben Mitarbeiter den Eindruck, sich in unterschiedlichen Bereichen zu bewegen. Die Greenwalls sind ein wichtiger Teil zur Verbesserung und Auflockerung der Arbeitsatmosphäre.

Welches Unternehmensziel verfolgen Sie mittelfristig?
Zum einen die Marktführerschaft, zum anderen wollen wir die Natur wieder in die Stadt bringen.

Indoor-Lösungen von Vertical Magic Garden
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