Salatbar

„Indoorfarming – der neue Trend des Gärtnerns

Anbauen, gießen, warten, ernten – Glücksgefühl!

Von Jana Northe I © Inter IKEA Systems B.V. 2017

Ein grüner Gedanke zieht sich durch die Generationen. Selbst machen, selbst sähen, selbst ernten ist ein Trend, der zunehmend in unterschiedlichen Variationen unsere Küchen und Balkone heimsucht. Nicht ohne Grund, denn gibt es ein schöneres Gefühl als stolz den selbst gezogenen Salat auf seinem Teller liegen zu haben? Indoorfarming als kleine Alternative für Garten- und Balkonlose.

Do-it-yourself-Anleitungen gibt es zur Genüge im Netz oder den Gartencentern

unserer Welt. IKEA zum Beispiel hat sich „GRÜN“ auf die Fahnen geschrieben und mit seinem KRYDDAPflanzensystem eine günstige und erschwingliche Variante für den eigenen Salat- und Kräuteranbau auf den Markt gebracht.

KRYDDA gibt es in unterschiedlichen Größen. Für den kleinen Salathunger alle 6 Wochen bietet Größe S Platz für wahlweise 8 oder 15 Salat- und Kräuterpflanzen. Ab 85 € ist das Starterset zu bekommen – inklusive Anzucht-Set, Samen und Dünger. All denen, die bei dem Preis schon Schnappatmung bekommen oder im Kopf ausrechnen, wie viel Salat man dafür im Supermarkt kaufen kann, sei gesagt: Ja, ihr habt Recht. Der Preis steht nicht in Relation zur Ausbeute.

Den Salat wachsen sehen

Doch geht es weniger um eine Ersparnis als um das Gefühl für Natur und Umwelt. Hautnah

hibbelig auf die Ernte zu warten, die kleinen Pflänzchen wachsen zu sehen, den Geschmack von 100 % selbstgemacht auf der Zunge zu spüren, das ist in Geld nicht auszudrücken. Und es geht auch größer: Model M von KRYDDA bietet auf zwei Etagen 16 Plätze und ist ab 133 € zu bekommen.

Mit der L-Variante schließlich wird ein permanenter Anzucht-Wachstums-Ernte-Kreislauf erreicht. Bei einem Einsatz von 213 € stehen zwischen 30 und 45 Pflanzenplätze auf drei Ebenen zur Verfügung.
Nach eigenem Gusto und Platz kann man sich die Samen und das passende Modell aussuchen.

Los geht’s.

Für die erste Wachstumsphase wird das Anzucht-Set gebraucht. Bevor die Samen in die Hydrokultur kommen, müssen sie keimen. Dafür verkauft IKEA Starter-Pads. Diese auch Wurzelkissen genannten Pads müssen sich mit Wasser vollsaugen.
Einfach in ein Waschbecken oder eine mit Wasser gefüllte Schüssel geben und ca. zwei Minuten einweichen lassen. Durch die Feuchtigkeit können die Samen später in einem wachstumsfördernden Substrat gedeihen.

Damit die Wurzeln der Keimlinge noch mehr Platz zum Wachsen haben, können die Wurzelkissen mit einem Schraubendreher bearbeitet werden. Dazu das Pad aufrecht stellen und vorsichtig mittig mit drehenden Bewegungen den Zugang nach unten vergrößern. Aufpassen, dass das Pad nicht komplett durchstochen wird.

Die Pads werden nach dem Einweichen in die dafür vorgesehenen Löcher der Aufzuchtsstation gedrückt. Darauf kommen dann die Samen. Je nach Pflanzenart braucht es eine unterschiedliche Anzahl Samenkörner auf einem Pad, das ist auf der Rückseite der Samentütchen genau beschrieben.

Die Samen sind in Keimschutzbeuteln abgefüllt. Werden sie geöffnet, verlieren sie ihren Schutz. Deshalb macht es Sinn, ein kleines Tütchen aufzubrauchen, bevor das nächste verwendet wird – auch wenn dann nicht so viel Abwechslung im Salattreiben herrscht.

Die Schale vom Anzucht-Set mit dem Deckel verschließen und an einen schönen sonnigen Platz, zum Beispiel auf eine Fensterbank, stellen.

Ab in den Topf

Die Samen fangen in der Wärme und Feuchtigkeit an zu keimen und zeigen schon nach wenigen Tagen kleine Spitzen. Wenn sich Blätter gebildet haben und die Keimlinge ca. 1,5 cm groß sind, müssen sie umgetopft werden.

Sie werden fortan in einer Hydrokultur wachsen. Zum KRYDDA Set gehören kleine siebartige Gefäße. Diese werden zu dreiviertel mit der Hydrokultur befüllt. Die Pads samt Keimlingen behutsam aus der Anzuchtstation lösen und vorsichtig in die Hydrokultur drücken. Auch in diesem Wachstumsstadium sollten die Pflanzen möglichst viel Licht genießen. Deshalb bietet sich ein Platz in Fensternähe an. Zudem ist es ratsam über Nacht die Lampe einzuschalten. Das kostet je nach Stromanbieter ca. 3,85 € pro Monat.

Die Hydrokultur ist für die Anzucht perfekt geeignet, für das letzte Wachstumsstadium aber semi-optimal, denn die Pflanzen werden schnell von Algen und Schimmel überzogen. Das liegt daran, dass die Hydrokultur von IKEA keinen Sauerstoff durchlässt und die Wurzeln permanent feucht sind. Wir empfehlen deshalb, die Kultur zu wechseln, sobald die Pflanzen Wurzeln geschlagen haben. Blähbeton eignet sich besonders gut. Dieser lässt Sauerstoff durch und speichert kein Wasser. Somit kann auch kein Schimmel entstehen. Dazu muss man die Pflanzen vorsichtig aus der Hydrokultur lösen, gründlich unter Wasser abspülen und dann in Blähbeton einpflanzen.

Die Schalen von IKEA sind so konzipiert, dass durch eine kleine Anzeige sichtbar ist, wie viel Wasser sich unter den Pflanzen befindet. Dadurch, dass die Pflanzen nicht im Boden wachsen, haben sie auch keinen natürlichen Wasserspeicher. Deshalb ist es wichtig, dass die Wurzeln immer Wasser zur Verfügung haben.

Damit die Blätter groß und stark werden, brauchen sie hin und wieder etwas Widerstand. In der freien Natur ist es Wind, auf den sie reagieren müssen und sich dementsprechend entwickeln. Die Blätter werden nicht nur stärker, sondern auch größer. Als Windsimulator eignet sich eine tägliche Ventilatoreneinheit. Natürlich wird nicht die höchste, sondern eine schwache Stufe eingestellt und auf die Blätter gerichtet. Der Unterschied ist schon nach einigen Tagen zu sehen.

Erntezeit

Theoretisch sind die Pflanzen schon nach 5 Wochen erntereif. Wer die Geduld hat, noch eine Woche länger zu warten, sollte das auf jeden Fall tun. Die zusätzliche Woche bringt den Pflanzen noch einmal einen großen Schub.
Mit welchen Mengen kann man rechnen?
Die Erntemenge aus 16 Pflanzenfächern reicht ca. für 2 Teller voll leckerstem Salat.

So gut kann kein Salat der Welt aus dem Supermarkt schmecken. Der grüne Gedanke, etwas zu ernten was man selbst gesät hat, ist nicht nur ökologisch, er bringt uns auch ein Gefühl für Zeit, für die Natur und ihr Wachstum zurück. Er entschleunigt, lehrt Geduld und: Er macht Lust auf mehr!

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